Bereit für die Bridgestone World Solar Challenge

Bereit für die Bridgestone World Solar Challenge

Großer Erfolg – Team Sonnenwagen Aachen sichert sich beim Qualifying
Startposition Nummer 5

Darwin: Die erste Hürde ist genommen. Mit dem Bestehen des Scrutineerings,
eines rigiden Prüfprozesses des Veranstalters, steht der Teilnahme von Team
Sonnenwagen an der Bridgestone World Solar Challenge nun nichts mehr im
Wege. Das Team aus Studierenden der RWTH und FH Aachen war seit ihrer
Ankunft in Darwin vor wenigen Wochen rund um die Uhr damit beschäftigt ihr
Solarfahrzeug, den Huawei Sonnenwagen, für die große Herausforderung
vorzubereiten und ihn unter lokalen Bedingungen zu testen. Die harte Arbeit hat
sich ausgezahlt: Aufgrund des hervorragenden Abschneidens beim Qualifying
konnte sich das junge Team, das zum ersten Mal an der Challenge teilnimmt, die
Startposition Nummer 5 sichern. Eine herausragende Leistung des Teams, dass
schneller war, als ein Großteil der etablierten 24 Kontrahenten. Am Sonntag, den
08.10., fällt der Startschuss – für ein Rennen 3022 km durch das Australische
Outback, mit nichts als Sonne im Tank.

Das Static Scrutineering – Prüfung auf Herz und Nieren

Das Static Scrutineering ist die erste offizielle Herausforderung bei der
Bridgestone World Solar Challenge. Bei dieser Inspektion wird überprüft, ob alle
Vorgaben bezüglich mechanischem und elektrischem Design aus dem über 40
Seiten langen Regelwerk eingehalten wurden. Am Vortag schafften nicht alle
Teams die endgültige Abnahme auf Anhieb, entsprechend groß war die
Anspannung.
Als Newcomer hatte das Team Sonnenwagen die Vorgaben sehr ernst genommen:
„Bei kritischen Entscheidungen wurde stets die sichere Alternative gewählt, auch
wenn dies ein höheres Gewicht für unseren Huawei Sonnenwagen bedeutete“, sagt
Marcus Fels, Leiter der Mechanik. Dies hat sich ausgezahlt. Die Offiziellen zeigten
sich begeistert von unserem robusten und sicheren Wagen, auch etablierte Teams
waren beeindruckt von der Leistung des neuen Wettbewerbers. Mit dem Bestehen
des Static Scrutineering war der Weg frei für die dynamischen Tests.

Dynamic Scrutineering und Qualifying – Probe aufs Exempel

Während des Dynamic Scrutineerings wird das Fahrwerk des Huawei
Sonnenwagens auf die Probe gestellt. Ist die Lenkung präzise? Funktionieren die
Bremsen? Dazu muss das Fahrzeug einen Hütchenparcour in einer vorbestimmten
Zeit bestehen – die geforderten 18 Sekunden wurden mit 15,41 Sekunden deutlich
unterboten. Auch der Bremstest wurde sicher bestanden, wodurch das Team nach
2 Jahren Arbeit zur World Solar Challenge zugelassen wurde.
Das Qualifying auf dem Hidden Valley Raceway bestimmt daraufhin traditionell
die Startreihenfolge des Solarautorennens. Da die Fahrzeuge eher für lange
Darwin, Strecken und gleichmäßige Geschwindigkeiten ausgelegt sind, musste das Team
einen Kompromiss aus Sicherheit und Fahrtzeit auf der 2,87 Kilometer langen
Rennstrecke finden. Mit einer stolzen Rennzeit von 2 Minuten und 15,9 Sekunden
konnten sich die Newcomer auf dem 5. Platz positionieren und damit einen
erfolgreichen Start in ihre erste Bridgestone World Solar Challenge hinlegen.

Rennstart – Auftakt zum härtesten Solarfahrzeugrennen der Welt

Am morgigen Sonntag, den 8. Oktober, beginnt das Rennen, auf das 42
internationale Teams zwei Jahre lang hingefiebert haben. In der brennenden Hitze
des australischen Outbacks gilt es, die verfügbare Sonnenstrahlung effizient zu
nutzen, um die 3022 km von Darwin nach Adelaide möglichst schnell
zurückzulegen. Zu den Gefahren auf der langen Strecke zählt neben Hitze,
Müdigkeit und der lokalen Fauna auch der Verkehr. „Wir müssen sehr auf
Roadtrains aufpassen“, sagt Hendrik Löbberding, 1. Vorsitzender von
Sonnenwagen Aachen. „In vergangen Rennen wurden die sehr leichten
Solarfahrzeuge schon von den starken Gegenwinden vorbeifahrender Roadtrains
von der Straße gefegt.“ Eine weitere Herausforderung stellt die Versorgung und
Unterbringung des 50-köpfigen Convoys dar. Am Ende jedes 9-stündigen
Renntages muss ein Camp mit Zelten und Küche aufgebaut und gekocht werden,
während das Fahrzeug für den nächsten Renntag vorbereitet wird. Ein echtes
Abenteuer für die Jungingenieure mit nachhaltiger Vision!

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