Die Wasserschlacht in Zolder

Die Wasserschlacht in Zolder

Am 22. September ging es endlich los: Nach monatelanger Vorbereitung nahmen wir zum ersten Mal an der European Solar Challenge, einem 24 Stunden Rennen im belgischen Zolder, teil. Dabei geht es nicht nur darum, die  größtmögliche Distanz innerhalb von 24 Stunden zurückzulegen, sondern auch mit Innovationen in der Fahrzeugentwicklung, den konstantesten Rundenzeiten über 8 Runden und der am schnellsten gefahrenen Rundenzeit zu punkten.

Die größte Herausforderung stellte aber wieder einmal das Wetter dar. Bereits bei unserer Ankunft in Zolder regnete es in Strömen, was dazu führte, dass sich unser Sonnenwagen während des Qualifyings in der KO-Schikane drehte und wir die Chance auf eine bessere Startplatzierung verloren. Da es beim Start zunächst noch trocken war, starteten wir mit Reifen mit einem flachem Profil und konnten uns so bereits kurz nach dem Start nicht nur im oberen Drittel des Fahrerfeldes etablieren sondern sogar vom restlichen Fahrerfeld absetzen. Nachdem andere Teams sich dem Wetter geschlagen geben mussten und ihre Fahrzeuge in der Box kontrollierten, traf es schließlich auch uns: Durch den Regen ist Feuchtigkeit in den Innenraum des Sonnenwagens eingetreten, wodurch der Motor gestört wurde. Unser Elektrotechnikteam kümmerte sich umgehend um die Lösung des Problems und gleichzeitig entschied die Fahrstrategie auf regensichere Reifen zu wechseln, um auf dem nassen Beton der Rennstrecke ausreichend Grip aufzubauen. Der Wechsel sollte sich auszahlen – von da an verlief das Rennen problemlos.

Um 1:40 Uhr jedoch der Schock: Während der Einfahrt in die Boxengasse kollidierte der Sonnenwagen aufgrund der erschwerten Sicht mit der Begrenzung der Boxeneinfahrt. Glücklicherweise kam unser Fahrer mit dem Schrecken davon, der Sonnenwagen hingegen hatte durch den Vorfall schweren Schaden genommen: Durch den Zusammenprall war die Karosseriehülle aus Carbon gebrochen und das Chassis aus der Verankerung gerissen worden. Mit der Hilfe jedes Einzelnen und den Spezialisten aus der Tagesschicht haben wir mitten in der Nacht aber dennoch das schier unmögliche geschafft  – drei Stunden harter Arbeit später lief unser Sonnenwagen wieder fahrbereit.

Nach einigen vorsichtigen Runden und Kontrollen in der Boxengasse, kämpften wir uns wieder Stück für Stück an das führende Feld heran und fuhren am frühen Morgen des Sonntags sogar noch die schnellste Runde des Rennens, wodurch wir noch wichtige Punkte in der Gesamtwertung holten.

Am Sonntag um 13 Uhr erreichten wir schließlich nach 147 Runden endlich die Ziellinie. Wir haben es geschafft, nicht nur den Wagen wieder fahrtüchtig zu machen und so das Rennen über 24 Stunden zu beenden, sondern auch bei erstmaliger Teilnahme und aufregenden Stunden in der Boxengasse Drittplatzierter zu werden.