European Solar Challenge 2016

European Solar Challenge 2016

Ende September fand die European Solar Challenge (ESC) in Zolder, Belgien, statt. Ein 24 Stunden Rennen für solarbetriebene Fahrzeuge und wir waren hautnah dabei. Eingeladen von Gerrit aus dem Bochumer Team, das neben drei teilnehmenden Teams ebenfalls Volunteers, wie zum Beispiel besagten Gerrit, für die ESC stellte, wollten wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Wir fuhren bereits am Vortag nach Belgien und machten uns daran das Bochumer Team gemeinsam zu begrüßen. Erst die Leute auf dem Zeltplatz, dann die Leute, die sich bereits in der Boxengasse häuslich eingerichtet haben.
Sogar eine Couch und 3 Sessel hatten sie dabei. Wir waren beeindruckt.

Das Starterfeld

Nach einem kurzen Austausch zogen wir los, um das übrige Starterfeld zu inspizieren.
13 verschiedene Teams aus den Ländern Türkei (2 Fahrzeuge), Italien (2 Fahrzeuge), Belgien, Schweiz, Deutschland (3 Fahrzeuge aus der Cruiser-Klasse), Niederlande, England, Kolumbien und zwei Teslas gingen an den Start. Aber so vielfältig die Nationen vertreten waren, so stark war auch der Zusammenhalt untereinander.
Für uns war es unglaublich toll zu sehen, was alles möglich ist. Wenn man ein Projekt, wie das unsere, anfängt, kommt es einem zu Beginn vor, wie ein unbezwingbarer Berg. Doch wenn man dann andere Teams sieht, und vor allem auch weiß, dass sie genau den gleichen Weg gegangen sind und es geschafft haben, verleiht einem das wieder neuen Mut. Man weiß in dem Moment, dass man auch in der Boxengasse mit seinem eigenen Wagen und seinen eigenen Möbeln stehen wird und die bereit ist, jegliche Mühe dafür in Kauf zu nehmen.

Allmählich kam der Hunger… Als erfahrene Camper hatten wir natürlich alles zum Grillen dabei. Bis auf die Kohle. Und den Grill.
grillenAuch hier konnte man sich voll und ganz auf die Bochumer verlassen, die uns Grill und Kohle widerstandslos überließen. Auch zwei Gläser Senf staubten wir noch bei unseren Lieblingsbochumern ab. Vielen Dank dafür!

Wir gesellten uns dann später an diesem Abend zu ihnen ans Lagerfeuer und sinnierten noch lange über das Zeitalter der Elektromobilität.

Der Start

Am Samstag sollte das Rennen um 13 Uhr losgehen. Unser dieses Mal noch passiv teilnehmendes Team Sonnenwagen erfuhr durch die Ankunft von Christian, Hendrik und Frühstück am nächsten Morgen eine willkommene Verstärkung. Wir besuchten nochmal die Boxengasse, doch viel Zeit um sich noch groß mit den anderen Teams zu unterhalten, blieb vor dem Rennen nicht, da alle die letzten Checks beim Auto vornahmen.
Dann war es endlich soweit. Die Autos wurden auf der Rennstrecke platziert, das Startsignal ertönte und die Fahrer sprinteten zum Fahrzeug, kletterten hinein, um sich so schnell wie möglich vom Feld abzusetzen.
Begeistert verfolgten wir das Rennen einige Zeit und staunten über die Rundenbestzeiten.

Der Spirit der European Solar Challenge

Das Wetter hätte nicht besser sein können, blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, und sollte sich bis zum Ende der Siegerehrung auch halten. Es war eine unglaublich gute Stimmung.

cambriaWährend des Rennens hatten wir noch Gelegenheit mit dem Team aus Kolumbien zu sprechen. Cesar, der Teamleiter des Teams „Cambria“, erzählte uns, dass sie ihren Solarwagen in nur 86 Tagen gebaut hatten. Wir erfuhren, dass sie fast volle drei Monate 24 h Schichten (2x12h) abgeleistet hatten, damit der Start hier bei der European Solar Challenge sichergestellt würde. Schließlich gab Cesar uns noch eine BeatBox-Einlage, ein Talent, was er vor Jahren an sich entdeckt hatte. Auch wenn sein Auto leider 6 Stunden zu spät startete und nur 3 Runden überstand, inspirierte uns dieses Durchhaltevermögen und diese Willensstärke enorm.

Am Ende des ersten Renntages sah es noch so aus, als wenn Bochum den Sieg nach Hause fahren würde. Doch bereits am nächsten Morgen lag Twente unter Oliviers Leitung mit Abstand in Führung. Nur die Teslas waren dem niederländischen Team anfangs noch auf den Fersen, aber da sie nicht solarbetrieben waren, fuhren sie außerhalb der Wertung mit.
Auch wenn Bochum noch ein paar Runden gut machen konnte, erhielt Twente bis zum Ende seine Spitzenposition aufrecht.

Der Abschluss

Die Highlights waren wohl der Zieleinlauf der Wagen, die mit Laolas von allen Teams empfangen wurden sowie die Ehrenrunde der Solarautos mit ihren jeweiligen Nationalflaggen. Den Schluss dieser Parade bildete das Partyauto der Kolumbianer.

Ebenso Rede des Veranstalters und die Überreichung des Ehrenpreises an das unermüdliche Team „Cambria“.  siegerehrungVerdient, wie wir finden. Die Auszeichnung dient der Symbolisierung des Spirits der European Solar Challenge. Trotz der herben Enttäuschung, die Südamerikaner durch die Fahruntauglichkeit ihres Autos erfahren haben müssen, ließen sie sich nicht davon unterkriegen. Wir hoffen, sie bei der Bridgestone World Solar Challenge wieder sehen zu können. Auf unseren Anstoß hin, dass sie das Auto ja bis zur Bridgestone World Solar Challenge fit machen könnten, antwortete Cesar, dass sie wohl bis dahin lieber zwei oder drei neue Autos bauen würden.
Gewinner der Herzen ist „Cambria“ unserer Meinung nach in jedem Fall.

Wir freuen uns, dass wir diese Erfahrung der ESC mitnehmen durften und bedanken uns sehr beim Team Bochum, vor allem bei Gerrit, für die Einladung und für die gute Gemeinschaft!