Tagebuch: Tag 5 – Sonne und Enttäuschung

Tagebuch: Tag 5 – Sonne und Enttäuschung

Australien begrüßte uns morgens mit einem klaren Himmel. Zum ersten Mal seit dem ersten Renntag konnten wir erwarten, den ganzen Tag Sonne zu haben und zu zeigen, zu was unser Huawei Sonnenwagen fähig ist. Und das mussten wir auch: Zwar haben wir gestern viele Kilometer gut gemacht und das Erreichen des nächsten Control Stops war gesichert, doch bis nach Coober Pedy mussten wir konstant mit 70 km/h fahren und das über 6 Stunden. Dafür ist unser Solarfahrzeug zwar ausgelegt, aber nicht mit so einem niedrigen Batteriestand. Nach einem wie immer reichhaltigen Frühstück, machten wir uns auf dem Weg.

Der Renntag lief lange Zeit völlig problemlos. Wir fuhren und fuhren, schneller und länger als je zuvor. Doch ständig kalkulierten wir, ob wir es bis 15:30 Rennzeit nach Coober Pedy schaffen würden. Jeder Berg und jedes Tal wurde mit einbezogen und besonders darauf geachtet, nicht unnötig zu beschleunigen. Hätten wir mit diesem Wetter das gesamte Rennen bestreiten können, wären wir schon viel weiter. Fast alle Begleitfahrzeuge hielten sich das Rennen über in Funkreichweite, um genau mitzukriegen wie der Stand ist. Nach Kalkulation würden wir 5 Minuten vor Control Stop Schließung ankommen und müssten dann noch aussteigen, die Solarzellen aufstellen und zu den Officials rennen.

Einige Kilometer vor Coober Pedy, alles nach Plan laufend, kam nochmal ein steilerer Anstieg. Und dann geschieht das Unerwartete. Der Wagen wird immer langsamer. „Christoph, kannst du beschleunigen?“ – Keine Antwort. – „Christoph, hörst du uns? Schalte den Motor an und wieder aus.“ – Keine Antwort. – „Starte den Motor neu, versuch es nochmal!“ Wir müssen links ranfahren. Die Erklärung: Batterie leer. Die starke Steigung am Berg und die hohe Geschwindigkeit hatten der Batterie den Rest gegeben.

 

Wir beraten uns, während die Batterie von den Solarzellen geladen wird. Das Scout-Fahrzeug wird zum Control Stop vorgeschickt, um die Officials über unsere Situation aufzuklären. Doch die Offiziellen ließen nicht mit sich reden den Stopp länger aufzuhalten, der Control Stop wurde nicht pünktlich erreicht.

Das bedeutet für uns, dass wir dieses Jahr leider nicht mit den Top Teams mithalten konnten. Das Unwetter von Tag 2 bis 4 hatte uns dafür zu weit zurückgeworfen. Nach 2187km allein mit Solarenergie zurückgelegten Kilometern verpassten wir den Checkpoint nur um wenige Minuten. Doch davon lassen wir uns nicht unterkriegen. Unsere Motivation, zu zeigen, zu was unser Huawei Sonnenwagen in der Lage ist, ist ungebrochen. Wir werden das Rennen in der Adventure Class bis nach Adelaide zu Ende fahren und uns am Samstag für unsere tolle Leistung feiern. Bis dahin gilt es aber noch, einige hundert Kilometer zurückzulegen. Die Sonne scheint, auf geht´s!